Podium: Zum Begriff der Krise
Michael Heinrich (Prokla), Norbert Trenkle (Krisis)

Die Krise der Arbeit ist eine Krise der gesellschaftlichen Vermittlung
Beitrag zum Podium „Zum Begriff der Krise“ von Norbert Trenkle

Das Ende des Fordismus und der Produktivkraftschub der dritten industriellen Revolution markieren den Beginn eines kapitalistischen Krisenprozesses neuer Qualität. Es handelt sich nicht bloß um einen zyklischen Einbruch oder um den krisenhaften Übergang zu einem neuen „Akkumulationsmodell“. Vielmehr untergräbt die absolute Verdrängung lebendiger Arbeitskraft aus den Kernsektoren der Weltmarktproduktion die Basis der Kapitalverwertung selbst. Sichtbarste Zeichen dafür sind einerseits die extreme ökonomische und soziale Marginalisierung von wachsenden Teilen der Weltbevölkerung (Ausschluss der „Überflüssigen“) und andererseits die gigantische Aufblähung des Finanzüberbaus („Fiktives Kapital“ als Krisenaufschub und Krisenverschärfung). Diese Krise ist aber nicht nur eine der Verwertung, sondern vor allem auch eine der gesellschaftlichen Vermittlung: Die Arbeit kann die gesellschaftliche Synthesis nicht länger garantieren. Die dadurch freigesetzten Tendenzen der negativen Entgesellschaftung setzen ungeheure Destruktivkräfte frei.

Abstract Trenkle:

Die Krise der Arbeit ist eine Krise der gesellschaftlichen Vermittlung

Das Ende des Fordismus und der Produktivkraftschub der dritten industriellen Revolution markieren den Beginn eines kapitalistischen Krisenprozesses neuer Qualität. Es handelt sich nicht bloß um einen zyklischen Einbruch oder um den krisenhaften Übergang zu einem neuen „Akkumulationsmodell“. Vielmehr untergräbt die absolute Verdrängung lebendiger Arbeitskraft aus den Kernsektoren der Weltmarktproduktion die Basis der Kapitalverwertung selbst. Sichtbarste Zeichen dafür sind einerseits die extreme ökonomische und soziale Marginalisierung von wachsenden Teilen der Weltbevölkerung (Ausschluss der „Überflüssigen“) und andererseits die gigantische Aufblähung des Finanzüberbaus („Fiktives Kapital“ als Krisenaufschub und Krisenverschärfung). Diese Krise ist aber nicht nur eine der Verwertung, sondern vor allem auch eine der gesellschaftlichen Vermittlung: Die Arbeit kann die gesellschaftliche Synthesis nicht länger garantieren. Die dadurch freigesetzten Tendenzen der negativen Entgesellschaftung setzen ungeheure Destruktivkräfte frei.