Abschlussdiskussion
Theorie goes Bewegungen: Oder was hat das jetzt alles nochmal mit Praxis zu tun?

Mit: IL, Ums Ganze, Werner Rätz (attac), Alex Demirovic (Uni Frankfurt), Frederike Habermann(peoples global action)

Unzählige Diskussionen liegen hinter uns und die eigentliche Arbeit fängt jetzt erst an. Der Frage nach der Bestimmung einer grundlegenden Gesellschaftsanalyse folgt die Frage nach der Bestimmung der dazugehörigen Praxis.
Das Ziel ist klar definiert: es geht um den Weg nach draußen, raus aus der kapitalistischen Gesamtscheiße, also: um die Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise und damit „allen Verhältnissen, in denen der Mensch ein geknechtetes, verächtliches,…Wesen“ (Marx) ist.

Aber wo anfangen?

Ist der Staat ein Kampffeld, oder ideeller Gesamtkapitalist? Fokussieren wir Klassenkämpfe, oder gibt es schon lange keine Klassen mehr? Legen wir die Hände in den Schoß und warten auf die Krise und darauf, dass sich der Kapitalismus von selbst niederstreckt, oder müssen wir in den kleinen Zeitfenstern intervenieren, die der Zufall uns ganz selten zur Überwindung der Verhältnisse auftut?
Oder macht es jede Form von Kritik und Praxis am Ende nur noch schlimmer, weil der Kapitalismus in der Lage ist diese zu absorbieren, um danach durch sie gestärkt einfach weiter zu machen?

Ob es uns gelingt, nach der Diskussion des emanzipatorischen Gehalts der Grundkategorien der bürgerlichen Gesellschaft eine einheitliche Antwort auf diese Fragen zu finden, ist noch nicht abzusehen. Die unterschiedlichen Ansätze linker und linksradikaler Akteure vor deren Hintergrund gemeinsam in Frage zu stellen wird spannend.

Wird attac recht behalten und die Einführung der Tobinsteuer und damit die Bändigung des aus den Fugen geratenen Kapitalismus ermöglicht uns eine andere Welt? Oder klappt die Strategie der IL und die Einführung allgemeiner Grundrechte untergräbt den Kapitalismus ganz langsam, bis er in sich selbst zusammenfällt? Geht es doch Ums Ganze? Oder müssen diese Fragen einer Verbesserung im Hier und Jetzt hinten angestellt werden? Ist schon das Denken allein subversiv? Wo spielen „Intellektuelle“ überhaupt eine Rolle bei den Bewegungen?
Kurz um:Wie kommen wir da raus?