„Einführung: Wertkritik“ / Norbert Trenkle (Redaktion krisis)

Die gesellschaftliche Vermittlung über Wert und Arbeit bildet den allgemeinen Bezugsrahmen aller gesellschaftlichen Beziehungen in der Warengesellschaft und konstituiert deren Basisformen (Rechtsform, Subjektform, Denkform, Staat, Politik etc.). Zugleich definiert sie aber auch die Grenzlinien des kapitalistischen Universums, also die Kriterien für Inklusion und Exklusion. Denn die Totalität von Arbeit und Wert und die mit ihre gesetzte „Rationalität“ beruht immer schon auf der Konstruktion eines „nicht-vernünftigen Anderen“, das außerhalb von ihr angesiedelt ist und unterworfen werden soll. Wertkritik bedeutet daher nicht nur Kritik der kapitalistischen Verwertungslogik und ihrer destruktiven, selbstläufigen Dynamik, sondern auch der in ihr angelegten (rassistischen und sexistischen) Ausschlüsse. Zugleich ist sie notwendig Krisentheorie. Denn die inneren Selbstwidersprüche der kapitalistischen Vermittlung sind letztlich unhaltbar und untergraben zwangsläufig die Grundlagen und Voraussetzungen ihres Funktionierens.