„Einführung: Kritik der politischen Ökonomie“ / Nadja Rakowitz (Express)

Die Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx ist in einem Kritik
ökonomischer – verkehrter – Vorstellungen in Theorie und Alltag und
Kritik kapitalistischer Gesellschaft in der Perspektive auf Aufhebung derselben.
Sie beansprucht undogmatisch zu sein und ist deshalb weder bloß immanent
oder skeptisch, noch normativ und knüpft damit sowohl kritisch an die
Politische Ökonomie, also an Adam Smith und David Ricardo,
als auch an den deutschen Idealismus, also an Hegel und Kant an.
Die Kritik der politischen Ökonomie bleibt – anders als der „falsche Bruder“
des Kommunismus: die Utopie Proudhons – negativ. Alle Kategorien,
alle „objektiven Gedankenformen“ werden einer Kritik unterzogen,
so auch der Begriff des Werts. Daraus ergeben sich weit reichende politische
Implikationen, die bloßen Umverteilungsvorstellungen eine radikale Absage erteilen.
Zugleich aber wird dem Objektivismus (nicht nur) der bürgerlichen Wissenschaft eine
Absage erteilt, indem die Kategorien als soziale Verhältnisse diskutiert werden.
Das „Kapital“ als „automatisches Subjekt“ wird kritisiert und die Frage nach dem
gesellschaftlichen Subjekt gestellt.